Was 2026 auf eine Visitenkarte gehört
Die fünf Angaben, die zählen, die, die man weglassen kann, und die Schweizer Besonderheiten: vier Sprachen, Rechtsform, und eine Adresse, die nicht veraltet.
Fünf Dinge, nicht fünfzehn
Eine Visitenkarte wird in drei Sekunden gelesen, oft im Stehen, oft nach einem Gespräch, dessen Hälfte man schon vergessen hat. Sie hat nur eine Aufgabe: dass man Sie wiederfindet. Fünf Angaben reichen dafür.
- Ihr Name, so, wie man Sie nennt. Keine Initialen des zweiten Vornamens, keine akademischen Titel, ausser sie gehören zum Beruf.
- Was Sie tun, in einer Zeile. «Coach, Lausanne» sagt mehr als «Gründerin und Geschäftsführerin».
- Eine Telefonnummer. Eine einzige, die, auf der Sie abnehmen.
- Eine E-Mail-Adresse. Eine einzige, dieselbe wie in Ihrer Signatur.
- Eine Webadresse, die alles andere bündelt: Ihre Website, Ihre Netzwerke, Ihren Terminkalender, Ihr Foto. Es ist die einzige Zeile, die sich ändern kann, ohne dass Sie neu drucken.
Alles, was zu diesen fünf Zeilen dazukommt, bezahlt man mit Lesbarkeit.
Was man weglassen kann
Die Faxnummer, natürlich. Die vollständige Postadresse, wenn Sie keine Kundschaft in Ihren Räumen empfangen: Der Ort genügt, der Rest steht auf der Webseite. Die fünf Kürzel sozialer Netzwerke: Niemand tippt sie ab, und ein einziger Link auf Ihre Seite enthält sie alle. Der Slogan. Das Logo, das ein Drittel der Karte einnimmt. Die endlosen Titel, die mehr über das Organigramm sagen als über Sie.
Eine gute Regel: Was sich innerhalb von zwei Jahren ändern kann, gehört auf die Webseite, nicht aufs Papier.
Der Schweizer Fall
Die Sprache. Eine französische Karte in Zürich oder eine deutsche in Genf lässt sich lesen, macht aber ein leises Geräusch. Zwei Lösungen: eine Karte pro Sprachregion, oder eine schlichte Karte (Name, Funktion, Nummer), deren Webseite sich in der Sprache des Lesers zeigt. So macht es eine Vizy-Karte: Ihre Knöpfe folgen der Sprache des Telefons, das sie öffnet, und Ihr Inhalt bleibt Ihrer.
Die Rechtsform. Wenn Sie in einer Gesellschaft tätig sind, hat die Firma mit ihrer Form (GmbH, AG, Sàrl, SA) ihren Platz, dezent. Sie gehört zur rechtlichen Identität und schafft Vertrauen. Als Einzelfirma ist Ihr Name die Firma.
PLZ und Kanton. «8001 Zürich» oder «1003 Lausanne» liest man auf einen Blick. Das Kantonskürzel ist nur nützlich, wenn der Ort mehrdeutig ist.
Das Sie. Auf der Karte selbst steht kein Satz, also stellt sich die Frage nicht. Auf der Webseite, die sie verlängert, bleiben Sie beim Sie, ausser Ihr Beruf duzt.
Das Foto
Auf Papier selten: Der Platz fehlt, und der Druck enttäuscht. Auf der Webseite ja, fast immer. Ein Gesicht ist das, woran man sich nach einer Begegnung erinnert, und ein Kontakt mit Foto wird im Adressbuch schneller gefunden. Wählen Sie ein Foto, auf dem man Sie in Briefmarkengrösse erkennt, vor ruhigem Hintergrund, das Gesicht in der Mitte.
Papier und digital zusammen
Das Papier ist nicht tot; es hat die Rolle gewechselt. Eine schlichte Papierkarte, angenehm in der Hand, mit einem QR-Code auf der Rückseite, der zur vollständigen, aktuellen Version führt, ist besser als jedes der beiden allein. Das Papier gibt den Gegenstand und die Geste; die Seite gibt den Inhalt und den Knopf «Zu den Kontakten».
Und wenn Sie die Nummer wechseln, ändern Sie die Seite. Die bereits verteilten Karten führen zur neuen Version, ohne dass es jemand merkt.
Eine Regel zum Schluss
Alles, was sich ändern kann, gehört auf die Seite. Alles, was sich nicht ändert, darf aufs Papier. Ihr Name ändert sich nicht; Ihre Funktion, Ihre Nummer und Ihr Terminkalender schon.